Im Umbruch

Die Pionierphase der Erneuerbaren Energien ist endgültig vorbei. Die weltweite Energiewende schreitet schnell voran und ist mittlerweile unumkehrbar. Strom wird zunehmend dezentral und verbrauchsnah produziert – und das zu immer günstigeren Preisen. Große, fossil oder atomar betriebene Kraftwerke werden bald ebenso ausgedient haben wie die althergebrachten Geschäftsmodelle der klassischen Energieversorger.
Protokoll einer Revolution.

Mit welcher Geschwindigkeit die Erneuerbaren Energien die Energieversorgung weltweit revolutionieren würden, hätten sich selbst Experten vor einigen Jahren nicht träumen lassen. Die Revolution der Energieversorgung bahnte sich fast unbemerkt an. Schließlich galten die Erneuerbaren lange als überteuertes Exklusivgut für Idealisten und Besserverdiener. Dementsprechend gering war ihr Anteil an der weltweiten Stromversorgung.

Doch die rasante technologische Entwicklung ebnete den Weg für einen atemberaubenden Siegeszug der dezentralen Erneuerbaren Energien. Sie lässt die Stromerzeugungskosten enorm sinken und eröffnet Erzeugern und Verbrauchern immer neue Möglichkeiten der Stromproduktion und -nutzung. Dazu gehört auch die Integration von Speichern und Elektrofahrzeugen in das System. Solar- und Windstrom leisten heute in nahezu allen Regionen der Welt einen wachsenden Beitrag zur Stromversorgung.

Und wir stehen bereits an der Schwelle zur nächsten Ära: Die Digitalisierung der Energiewende treibt die Entwicklung weiter voran und verändert Marktstrukturen radikal und in kurzer Zeit. Das bisherige klassische Pipeline-Geschäft, in dem Unternehmen Produkte herstellen und über den Zwischenhandel an Kunden verkaufen, wird in der neuen Energiewelt durch vollkommen neue Plattformen ersetzt. Über sie findet ein direkter Austausch und Handel zwischen Erzeugern, Verbrauchern und weiteren Akteuren statt. Es gilt, Angebot und Nachfrage über das Internet gesteuert schnell zusammenzuführen und den dezentral erzeugten Strom optimal zu nutzen. Dafür müssen zukünftig immer mehr Informationen über die Erzeugung und den Verbrauch von Energie zur Verfügung gestellt werden. Netzwerke von Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen, die gemeinsam ganzheitliche Lösungen für die neuen Anforderungen entwickeln, werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor zukünftiger Geschäftsmodelle.


Energieversorgung

GESTERN (VOR 2010)

Bis vor wenigen Jahren lag die Energieversorgung nahezu vollständig in den Händen einiger weniger großer Energieversorger, die die Verbraucher mit Atom- und Kohlestrom versorgten. Der Anteil der dezentralen Erzeugung betrug weniger als 15 Prozent.

HEUTE (2010 – 2020)

Der Anteil der Erneuerbaren Energien wächst schnell. In einigen Regionen wird bereits fast die Hälfte der benötigten Energie dezentral erzeugt. Damit steigt auch die Zahl der Produzenten, der Energiemarkt wird fragmentierter. Die klassischen Energieversorger haben Marktanteile verloren und müssen sich neu ausrichten.

MORGEN (NACH 2020)

Immer mehr Verbraucher werden zu „Prosumern“ und produzieren in weitgehend autarken Einheiten ihre eigene Energie. Gut mit anderen Marktteilnehmern vernetzt, teilen sie überschüssige Energie über Plattformen und gleichen Angebot und Nachfrage im Stromnetz aus. Zentrale Großkraftwerke spielen nur noch eine Nebenrolle.


Intelligent vernetzt

Smart Homes sind ein wichtiger Baustein der neuen Energiewelt. Ihre Besitzer machen sich mit kostengünstiger Solarenergie weitgehend unabhängig. Sie nutzen ein integriertes Energiemanagement, um möglichst viel selbst erzeugten Strom direkt zu verbrauchen und für später zu speichern, und teilen überschüssigen Strom mit anderen Verbrauchern. Dafür benötigen sie smart vernetzte Geräte, die direkt miteinander kommunizieren können.

Reibungslose Kommunikation braucht einheitliche Standards. Deshalb haben sich in der EEBus-Initiative internationale Unternehmen aus den Branchen Energie, Telekommunikation, Elektronik und Automobilindustrie zusammengeschlossen. Gemeinsam entwickeln sie herstellerunabhängige Kommunikationsstandards für die Vernetzung von Geräten und Anwendungen zur Energieeffizienz.


An der Spitze der Entwicklung

SMA gehört zu den ersten Anbietern, die den zukunftsweisenden EEBus-Standard implementiert haben. Seit September 2016 bindet der Sunny Home Manager als zentrale Steuerungseinheit im SMA Smart Home kompatible Haushaltsgeräte der Firma Bosch Siemens via EEBus in das intelligente Energiemanagement ein.

Dazu ermittelt der Sunny Home Manager, welche Leistung die Photovoltaikanlage erbringen wird, etwa durch die Auswertung der Wettervorhersage. Zusätzlich erkennt er das typische Verbrauchsverhalten im Haushalt. Auf Basis dieser Information sowie der Vorgaben der Anwender erstellt er einen Ablaufplan zur optimalen Nutzung des Solarstroms und startet Waschmaschine, Spülmaschine und Wäschetrockner, wenn besonders viel günstige Solarenergie zur Verfügung steht. Das erhöht den Anteil des selbst genutzten Solarstroms und senkt effektiv die Stromkosten.


Global und offen für alle

Seit Mai 2016 ist der EEBus-Standard für alle Gerätehersteller offen zugänglich. Damit können sich immer mehr Anwendungen aus den Bereichen Haushaltsgeräte, Heizungs- und Lüftungssysteme sowie Elektromobilität am Energiemanagement im Smart Home beteiligen. Darüber hinaus kooperiert die EEBus-Initiative mit führenden Partner-Initiativen in Europa, Asien und den USA, um gemeinsam internationale Akzeptanz und weltweite Standards für einen globalen Markt zu schaffen.